Statement zum runden Tisch am 05.06.2026
Das auf dem ehemaligen KHD-Werksgelände in Köln-Kalk geplante Museum SELMA ist bereits jetzt ein essentieller Bestandteil der deutschen Kulturlandschaft. Es ist das erste und einzige Museum seiner Art in Deutschland und es stärkt mit seinem einzigartigen Konzept und Fundus die positive Bezugnahme auf die von annähernd einem Drittel der Bevölkerung in Deutschland geteilten Migrationsgeschichte. Die Entscheidung des Trägervereins DOMiD für den Standort Köln Kalk ist ein unschätzbarer Gewinn für die Stadt Köln. Die Initiative “Museum SELMA bleibt” appelliert an die Stadtspitze, alles ihr Mögliche zu unternehmen, damit das Museum SELMA in der Halle 70 in Köln-Kalk trotz der vom Trägerverein nicht zu verantwortenden finanziellen Schieflage entstehen kann.
Wir freuen uns sehr über die Initiative unseres Oberbürgermeisters Torsten Burmester, ausgehend von einem “runden Tisch” mit den ausschlaggebenden Akteur*innen am 05.06.2026 den Sachstand zu klären und die für den Projekterfolg nötigen städtischen Zuleistungen zu planen. Sie zeigt, dass die Stadtspitze die Bedeutsamkeit des Projektes für Köln längst erkannt hat und auch im weiteren Projektverlauf bereit ist, konkrete Unterstützungsleistungen zu erbringen.
Insbesondere bedeutsam sind:
- Die Stadtspitze sollte die eindeutige Festlegung des Trägervereins DOMiD e.V. auf den Standort in Halle 70 in Köln Kalk unmissverständlich nachvollziehen und deutlich machen, dass es nicht im Sinne der Stadt Köln ist, das Museum SELMA durch das Offenhalten alternativer Standort-Optionen wie z.B. den Standort im Kulturzentrum am Neumarkt zu gefährden. Weitere vergaberechtliche Prüfungen bedeuten angesichts minimaler Erfolgsaussichten und des enormen zeitlichen Planungsdrucks ein unbedingt zu vermeidendes Projektrisiko.
- Die Stadtspitze muss Planungssicherheit für den Trägerverein herstellen. Das bedeutet insbesondere, dass die für den Projekterfolg ausschlaggebenden und teilweise bereits zugesicherten Zuarbeiten der Verwaltung so exakt wie möglich beschrieben und die Qualität und Zeitpunkte dieser Leistungen verbindlich zugesagt werden. Die dazu nötigen dezernatsübergreifenden Abstimmungen sollten an zentraler Stelle in der Verwaltung z.B. im Amt des Oberbürgermeisters oder in einem Lenkungskreis auf Amtsleitungsebene koordiniert werden. Wird die Koordination verwaltungsinterner Abhängigkeiten bei der Bereitstellung dieser Leistungen dem Trägerverein aufgegeben kann der vorgegebene Zeitrahmen mit Sicherheit nicht eingehalten werden und die Fördermittel drohen zu verfallen
- Die Stadtspitze sollte noch deutlicher ihre positive Haltung zum Museum SELMA am Standort Köln-Kalk allen ausschlaggebenden Akteur*innen kommunizieren. Es kommt jetzt darauf an, dass Köln und insbesondere die Stadtspitze alle formalen und informellen Möglichkeiten nutzt, um eine Entfristung der Förderzusagen von Land und Bund zu erwirken, wie dies im Jahr 2025 der Stadt Wuppertal beim Pina-Bausch-Zentrum gelungen ist.
Wir sind sehr optimistisch, dass mit vereinten Kräften das Museum SELMA in Kalk enstehen kann. Ein Museum, das die Geschichte der Migrationsgesellschaft in einer Stadt erzählt, die dafür wie keine andere geeignet ist - unterstützt und gefördert von einer Stadtspitze, die damit ihr besonderes Gespür für diese besondere Stadt beweist und ein Beispiel für das gesamte Land setzt.