Statement zum runden Tisch am 05.06.2026
Das auf dem ehemaligen KHD-Werksgelände in Köln-Kalk geplante Museum SELMA ist bereits jetzt ein essentieller Bestandteil der deutschen Kulturlandschaft. Es ist das erste und einzige Museum seiner Art in Deutschland und es stärkt mit seinem einzigartigen Konzept und Fundus die positive Bezugnahme auf die von annähernd einem Drittel der Bevölkerung in Deutschland geteilten Migrationsgeschichte. Die Entscheidung des Trägervereins DOMiD für den Standort Köln Kalk ist ein unschätzbarer Gewinn für die Stadt Köln. Die Initiative “Museum SELMA bleibt” appelliert an die Stadtspitze, alles ihr Mögliche zu unternehmen, damit das Museum SELMA in der Halle 70 in Köln-Kalk trotz der vom Trägerverein nicht zu verantwortenden finanziellen Schieflage entstehen kann.
Petition
Wenn Du unser Anliegen unterstützen möchtest: Unterschreib unsere Petition!
https://weact.campact.de/p/selmableibt
Hier die Liste der Erst-Unterzeichnenden:
- Dr. Lale Akgün, Psychologin und ehem. MdB
- Natalie Bayer, Leiterin FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum, Berlin
- Karima Benbrahim, Leiterin IDA-NRW
- Dr. Fritz Bilz, Historiker
- Klaus Bittner, Buchhändler
- Marica Bodrožić, Schriftstellerin
- Damian Boeselager, Volt-Mitbegründer und Europaabgeordneter
- Melina Borčak, Autorin und Filmemacherin
- Alida Bremer, Schriftstellerin
- Ozan Ata Canani, Musiker und Preisträger Holger-Czukay-Preis
- Özlem Alev Demirel, Europaabgeordnete
- Diedrich Diederichsen, Berlin
- Ahmet Edis, 1.stlv. Vorsitzender des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration der Stadt Köln
- Irene Franken, Historikerin und Publizistin
- Prof. Dr. Ambros Gleixner, Mathematiker, Berlin
- Claudia Greven-Thürmer, Keziban Erkmen und Jan Schlagenhauf, Bezirksbürgermeisterin:nnen Köln Kalk
- Dr. Gregor Gysi, MdB und kulturpolitischer Sprecher der Linken Bundestagsfraktion
- Edin Hasanović, Schauspieler
- Nedim Hazar, Musiker, Komponist
- Andreas Hupke, ehem. Bezirksbürgermeister Innenstadt-Deutz
- Ayşin İpekçi, Architektin BDA
- Gianni Jovanović, Autor
- Dr. Navid Kermani, Schriftsteller, Orientalist und Publizist
- Elizaveta Khan, Mitglied im Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration
- Prof. Dr. Hiltrud Kier, Kunsthistorikerin und Denkmalpflegerin
- Jan Krauthäuser, Kulturaktivist
- Dr. Ulrich Krings, Kunsthistoriker, Autor und ehemaliger Kölner Stadtkonservator
- Franz Meurer, Pfarrer und Buchautor
- Hans Mörtter, Pfarrer i.R.
- Prof. Dr. Jochen Oltmer, Historiker und Migrationswissenschaftler
- Lea Reisner, MdB
- Nela Riehl, Volt EUR Abgeordnete und kulturpolitische Sprecherin
- Werner Rügemer, Autor
- Wilfried Schmickler, Kabarettist
- Roland Schüler, Bezirksbürgermeister Lindenthal
- Christoph Sieber, Kabarettist
- Martin Sölle, Buchhändler
- Saša Stanišić, Schriftsteller
- Dr. Martin Stankowski, Historiker und Buchautor
- Dr. Mark Terkessidis, freier Autor und Migrationswissenschaftler
- Prof. Dr. Michael Tunç, Erziehungswissenschaftler
- Dr. Wolfgang Uellenberg-van Dawen, Historiker
- Arif Ünal, Co-Vorsitzender KulturForum TürkeiEuropa
- Dr. Julia Wallner, Direktorin Arp Museum Bahnhof Rolandseck
- Günter Wallraff, Autor und Journalist
- Dr. Eva Weissweiler, Schriftstellerin und Musikwissenschaftlerin
- Feridun Zaimoglu, Schriftsteller
- Prof. Dr. Jonas Zimmer, Medienwissenschaftler
Vereine/Initiativen
Das Museum SELMA braucht Kalk - und Kalk braucht das Museum SELMA
Ein Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland (DOMiD) - diese Idee ist über 30 Jahre alt und nun in greifbarer Nähe. Viele Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte waren und sind begeistert von dem Prozess, der zum Konzept dieses Museums geführt hat. Das nun als Museum SELMA bekannte Haus soll in die großartige Halle 70 des ehemaligen KHD-Geländes in Köln Kalk:
- Ein Museum, das die Geschichte der Migration in diesem Land neu erzählt, als Geschichte von handelnden Personen, nicht von Problemen.
- Ein Haus, das die Perspektive der Migration in den Mittelpunkt stellt, Migration entdramatisiert und Deutschland als Migrationsgesellschaft erlebbar macht. Und schließlich:
- Ein Museum, das auch aufgrund der Aura seines Ortes und seiner besonderen Ausstattung ein Magnet für Besucher*innen ist.
Im März 2026 wurde öffentlich, dass das Museum SELMA nicht wie geplant gebaut werden soll. Das Deutsche Museum der Einwanderungsgesellschaft soll nicht in einer repräsentativen Fabrikhalle im Arbeiter-Stadtteil Köln-Kalk auf 10.000 m² Fläche entstehen. Es soll stattdessen in das Völkerkunde-Museum in der Innenstadt integriert und auf einen Bruchteil der Fläche reduziert werden, weil die Umsetzung des eigenen Hauses in Köln Kalk mehr Geld kostet als geplant. Zur Verfügung stehen 44 Millionen Euro, es fehlen 33 Millionen Euro.
Offener Brief: Migrationsmuseum in angemessenen Räumen sichern
In Deutschland leben rund 25 Millionen Menschen mit eigener oder familiärer Migrationsgeschichte. Diese Geschichten als fester Bestandteil unserer Gesellschaft müssen museal erzählt werden.
Die einzigartige Sammlung des “Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland” (DOMiD e.V.) umfaßt die bundesweit größte Sammlung von sozial-, kultur- und alltagsgeschichtlichen Zeugnissen dieser Migrationsgeschichte. Das geplante Museum SELMA macht diese Einwanderungsgeschichte erlebbar.
Die Planungen für den Standort in den ehemaligen Industriehallen in Köln-Kalk laufen seit 10 Jahren und sind weitgehend abgeschlossen. Der Architektenentwurf wurde mit dem German Design Award 2026 ausgezeichnet.
Brief von Boris Sieverts
Sehr geehrte Mitglieder des Rates der Stadt Köln, sehr geehrte Presse in Kopie,
vielen Dank für die kurzfristigen Änderungen zum Beschluss den Umzug des Museum Selma betreffend, über den Sie auf der vergangenen Ratssitzung getagt haben. Mit diesen Änderungen bleibt die Tür für das Museum Selma in Kalk wenigstens einen Spalt breit geöffnet. Alles andere wäre nicht nur für Kalk und das Museum Selma eine sehr schlechte Nachricht gewesen, sondern auch ein unnötiger Schnellschuss angesichts offenbar noch nicht vollständig ausgeloteter Alternativen bei der Umsetzung des Projekts in Kalk einerseits und einer noch gar nicht begonnenen öffentlichen Debatte über die Finanzierung des Museums andererseits.